Seit Januar lauschen etliche Unterstufenschüler montags gespannt Frau Lebherz, die aus dem Buch "Friedrich, der große Detektiv" von Philip Kerr vorliest. In diesem Buch wird aus der Sicht des jugendlichen Friedrich geschildert, wie sich die Lebensumstände in Berlin im Jahr 1933 drastisch veränderten, nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren. Auf einmal wird selbst in der eigenen Familie nicht mehr offen über Politik gesprochen und  nachdem nun ein bekennender Nazi Friedrichs Klassenlehrer ist, erscheint Friedrichs jüdischer Freund Leo plötzlich nicht mehr zum Unterricht. Geschichtliche Ereignisse wie die Bücherverbrennung und Reichstagsbrand werden mit fiktiven Erlebnissen Friedrichs vermischt. Wahre Personen wie Erich Kästner (Friedrichs Nachbar) und Max Liebermann tauchen genauso auf, wie ein erfundener deutscher Künstler, der wegen seiner "entarteten Kunst" von den Nazis verhaftet und zu Tode geprügelt wird.
Die Schülerinnen und Schüler erleben, wie sich nach und nach die heile Welt mit den üblichen Sorgen eines 13-Järigen in eine Umgebung des Misstrauens und der Angst verwandelt. Ständig stellen sich einem Fragen: Bin ich Täter? Bin ich Mitläufer? Hätte ich etwas dagegen tun können. Immer wieder unterbricht Frau Lebherz, um die Zusammenhänge hervorzuheben und um mit den Schülern die vielen Andeutung auf die Verbrechen der Nazis zu besprechen. Nicht zuletzt lässt sich an mehreren Stellen des Buches ein Bezug zur Gegenwart herstellen. So fanden die Schüler sehr schnell ein Beispiel für ein Land, in dem heute noch Reporter verhaftet und Zeitungen verboten werden.